05.05.2026

Zukunft gestalten: Interviews aus unserem Netzwerk – TU Darmstadt

Prof. Dr. Peter Pelz

Vizepräsident für Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Infrastruktur
TU Darmstadt

Im aktuellen Interview unserer Reihe „Zukunft gestalten: Interviews aus unserem Netzwerk“ sprechen wir mit Prof. Dr. Pelz (TU Darmstadt), Vorstandsmitglied im HoDT, über Forschungsdatenmanagement und die FAIR-Prinzipien als Grundlage für verlässliche KI-Anwendungen – sowie über die Rolle von NFDI4Ing als Konsortium der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) und seinen Beitrag zur Nachnutzung von Forschungsdaten für digitale Innovationen.


Wie wird im konkreten Projektalltag durch Forschungsdatenmanagement und FAIR-Prinzipien die Grundlage für verlässliche KI-Anwendungen geschaffen?

Forschungsdatenmanagement (FDM) ist Teil wissenschaftlicher Praxis – das ist für alle Forschenden relevant. Es erzeugt Transparenz und Nachvollziehbarkeit, das Fundament von Forschung. Das sollte aber auch das Fundament für KI-Anwendungen sein. Grundlage von KI-Anwendungen sind Daten und diese Daten müssen den FAIR-Prinzipien (findable, accessible, interoperable, reusable – auffindbar, zugänglich, interoperabel, wiederverwendbar) genügen. Wir alle sind Quellen für solche FAIRen digitalen Datenobjekte und diese müssen eine bestimmte Qualität aufweisen, damit überhaupt erst verlässliche KI-Anwendungen geschaffen werden. Ohne FAIRe Daten sind KI-Anwendungen zwar möglich, aber diese sind dann weniger zuverlässig, transparent und nicht nachvollziehbar.


Wie unterstützt NFDI4Ing die Nachnutzung von Forschungsdaten für digitale Innovationen?

Durch offene Nachnutzung von Forschungsdaten und Metadaten werden Datenintegration und -wiederverwendung ermöglicht und somit digitale Innovationen beschleunigt. Dies führt zu Effizienzsteigerungen und stärkt interdisziplinäre Forschung. Dafür braucht es ein gutes Angebot. Die NFDI4Ing stärkt Forschungsdatenmanagement gezielt durch praxisorientierte Schulungsangebote (z. B. DALIA, Metadata4Ing). Gleichzeitig schafft sie mit Coscine eine verlässliche, souveräne Speicherinfrastruktur und stellt mit Technologien und Software wie SciKGTeX und SciMesh zentrale Werkzeuge bereit – damit wird die Grundlage für zukunftsfähige Forschung geschaffen. Die NFDI4Ing unterstützt die Forschenden im digitalen Forschungsdatenmanagement während des gesamten Forschungsprozesses und dies führt zu digitalen Innovationen.


Wo sehen Sie aktuell die größten Herausforderungen bei der Umsetzung der FAIR-Prinzipien in der Praxis?

Es muss ein breites und akzeptiertes Wissen über Daten, Datenqualität und die FAIR-Prinzipien entstehen und das durch alle Disziplinen hinweg, aber auch für die Industrie und Wirtschaft wird Datenkompetenz eine zentrale Rolle einnehmen. Datenkompetenz und Datenqualität von Anfang an werden das Fundament der Zukunft sein – Daten sind unsere Zukunftsressource – hierfür muss ein Verständnis etabliert werden und dies sehe ich als große Herausforderung.

Robin Reimers
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